Und wieder einmal Neuigkeiten...
Hallo Leute,
es ist viel Zeit vergangen und ich werde mal auflisten, was passiert ist!
Letzte Woche Freitag schauten wir uns erst mit Luis und Nieta einen Sonnenuntergang am Strand von Ipanema an. Die Sonne versank im Meer und alle Leute beklatschten dieses schöne Naturschauspiel! Danach gingen wir erstmal eine Runde schwimmen, was sehr erfrischend war! Es kühlte dann auch auf unter 30 Grad ab und wir liefen selig im Bikini (Beni und Luis in Badehose) zu Luis und Nietas Wohnung zurück!
Danach waren wir endlich mal wieder heimisch essen....wir besuchten einen türkischen Imbiss ;) Zwar gab es keinen Döner wie in Deutschland, aber Falafel , Köfte und lecker Humus! Fast wie zu Hause!
Wir lernten auch Luis Sohn kennen, der beim Essen gespannt Big Brother im Fernsehen verfolgte. Dazu hatte Luis nur folgendes zu sagen: Mein Sohn studiert viel, lernt gern, kann gut mit Geld umgehen, trinkt nicht, raucht nicht, spricht viele Sprachen.... Und schaut Big Brother ;) Am Samstag fuhren wir wieder zur GEFEP, um Musik zu machen. Wir übten einige brasilianische Stücke, besonders eins, das uns nicht mehr aus dem Kopf geht. Es heißt Brasileirinho; ihr werdet es zu hören bekommen!
Mittags hatten wir dann ein Treffen mit einem Mann, der Hilfe für die Menschen organisiert, die von den schweren Regenfällen betroffen sind.
Er schilderte uns die Situation und bat um Unterstützung. Vor allem für mich (Beni) eine interessante Angelegenheit. Der Stadtteil in dem der Mann arbeitet hat nur eine Krabkenschwester, die aber, da sie für die Polizei arbeitet, am Wochenende abgezogen wird. Am Mittwoch trafen wir uns nochmal mit ihm und vereinbarten, dass wir am Samstag hinfahren und uns die Gegend anschauen würden. Wir wollten zusammen mit Valério eine Nacht dort bleiben und mithelfen Hilfsgüter zu verteilen, zu sortieren und Essen zu machen.
Sonst war es diese Woche schön entspannt. Montag Dienstag hatten wir frei und waren mit Luis an der Copacabana.
Mittwoch trafen wir uns morgens in der GEFEP, um aufzuräumen. Ein wichtiger Politiker wollte das Projekt besichtigen und ein paar Minuten später rauschte ein junger Mann mit einer älteren Frau durchs Haus, von denen wir vermuten , dass sie die wichtigen Leute waren. Wir mussten auf jeden Fall wieder schnell irische Musik präsentieren und für ein Foto bereitstehen.
Nachmittags sollte ich (Soffi) dann meine erste Schülerin haben. Aber naja, sie ist dann nicht aufgetaucht und keiner hat ein Wort drüber verloren. Als ich fragte, ob jemand sie gesehn hat, sagte Terezinha nur, dass niemand da war. Soll also wohl normal sein hier.
Am Donnerstag waren wir morgens wieder in der lokalen Sprechstunde und diesmal hatte auch die Ärztin einen Weg zu uns gefunden. Auch der Physiotherapeut war da und hat mir eine schöne Massage gegeben, sowie mind 10 Wirbel eingerenkt. Es hat doch ziemlich gerumst und ich fühlte mich anschließend ziemlich entspannt.
Danach tauchte Luis auf einmal auf, um uns zum Essen abzuholen. Sehr schön! Er zeigte uns das Riesen Stadion Maracaná, das im Moment wegen Bauarbeiten für die Copa do mundo / für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien geschlossen ist! Ach übrigens: Wer kommt mit???
Wir werden uns auf jeden Fall Karten besorgen!
Bis jetzt gefällt es mir in Rio wirklich richtig gut. Mag auch daran liegen, dass die Stadt besser mit Systemen wie einer regelmäßigen Müllabfuhr oder mit mehr Aufmerksamkeit seitens der Regierung versorgt ist. Aber insgesamt tut man hier viel fürs Flair, natürlich auch, damit die Touristen bleiben. Es stinkt weniger, die Infrastruktur ist besser, die Straßen haben weniger Schlaglöcher, große Teile der Stadt sind nicht alt und verfallen, es gibt internationales Essen oder Biere und für jeden Geschmack Möglichkeiten wegzugehn.
Was sehr suspekt ist, ist die ständige Präsenz der Militärpolizei, die sich wie kleine Könige an ihren Standpunkten einrichten.
So liegt zum Beispiel die Straße des Projektes am Eingang einer Favela. Jeden Tag und jede Nacht patrouillieren dort Polizisten.
Leider hält sich aber ein Großteil der mind. 10 (!) ständig präsenten Polizisten in der Padaria auf, in der wir gern zu Mittag Essen.
Am Mittwoch sind wir auch mit mind. 10 Mann dort aufgetaucht und die Polizisten bewegten sich nicht von ihren Tischen weg. Sie hatten bereits gegessen und saßen an unterschiedlichen Stellen im kleinen Raum der Padaria, so dass wir keinen Platz hatten. Wir warteten ca 15 min. bis sich einer von uns einfach mal neben die Polizisten an den Tisch setzte. Dann weitere 10 min bis sich auch der letzte erhoben und zu seinen Kollegen an den Tisch gegenüber gesetzt hatte. Sie wirkten sehr arrogant.
Heute auf dem Weg zur Arbeit hat Beni gesehen, wie sie auf einen Mann eingetreten haben, der sich wegen irgendwas beschwert hat. Ohne Worte.
Und sie sind überall, was natürlich auch von Vorteil ist, da schätz ich mal einfach weniger angestellt wird, aber riesige Jeeps oder Panzerfahrzeuge mit Blaulicht an jeder Ecke sind schon sehr einschüchternd.
Ich frag mich wie sich die Situation weiter entwickeln wird.
Spätestens 2014 wird die ganze Welt ein Auge auf Brasilien haben!
...
Heute ist Montag und wir sind gestern Abend gegen zwölf aus Friburgu zurückgekehrt. (So heißt die Stadt, in der die extremen Regenfälle gewütet haben) Wir sind am Samstag um 6:00 zusammen mit Aldo, seiner Frau und Valério losgefahren. Den Namen von Aldos Frau kennen wir nicht, da es hier häufig Brauch ist, die Frauen nur als "meine Frau/Freundin" vorzustellen. Wir sind ungefähr drei Stunden gefahren und haben auf dem Weg viele beeindruckende Bilder gesehen, unter anderem Rios tröste Favela mit rund 1.000.000 Einwohnern.
Wir sind in Serrana, der Region in der sich die Katastrophe ereignet hat, an einem großen Markt angekommen, der als Umschlagplatz für jegliche Waren dient, um das Hinterland der Stadt Nova Friburgu zu versorgen. Ein paar ehrenamtliche haben in kleinen Grüppchen herumgestanden oder-gesessen und diskutiert. Wir sollten später noch erfahren, dass dies die eigentliche Hauptarbeit ist.
Wir sind dann in einen Raum gegangen, in dem alle möglichen Klamotten rumlagen. Klopapier, Seife, Pampers, Babynahrung und auch einige Kisten mit Medikamenten.
"Beni, Du bist doch Krankenpfleger. Welche Medikamente brauchen die Leute wohl am dringendsten?" "Welche Probleme haben die Menschen denn hauptsächlich?"
"Blutdruck!" Ich hab dann mal ein bisschen was zusammengepackt, Valério und Sophia haben eine Liste angefertigt und wir sind losgefahren. Zuerst fuhren wir zu einem Haus, das momentan ca. 50 Menschen Unterschlupf bietet.
Es hat ein kleines Krankenzimmer, in dem täglich eine Krankenschwester und 1x/Woche eine Ärztin arbeitet. Die Krankenschwester war leider gerade weggefahren und die Ärztin sollte erst in 3 Stunden kommen. Auch in diesem Zimmer stapelten sich Medikamente aller Art kistenweise.
"Beni, welche Medikamente fehlen hier noch?" Ich wühlte mich ein bisschen durch die Kartons, konnte aber keine richtige Übersicht erlangen. Wir ließen einfach ein paar Sachen da.
Ich konnte noch einem Mann den Blutdruck messen und eine Frau mit einer Tube Antipilzsalbe beglücken. Danach redeten und spielten wir mit den zahlreichen Kindern, die dort leben.
Anschliessend fuhren wir weiter zu einem Ort, an dem Aldo laut einschlaegiger Informationen einen einsamen Mann vermutete, der seine gesamte Familie verloren haben sollte. Wir befragten die Anwohner der Strasse, jedoch kannten ihn nur ca. die Haelfte der Leute, wussten aber nicht ob oder wohin er gegangen war. Stattdessen zeigte uns ein Mann sein Haus. Bei einem Blick aus dem Schlafzimmerfenster konnten wir erahnen, was hier passiert ist.
Vor einer grossen, nur noch aus rotem Sand bestehenden Bergwand, lag eine brache Ebene in die sich die Schlamm Lawine mit aller Macht ihren Weg gebahnt hatte. In dieser Ebene hatten flaechenmaessig bestimmt 40 Einfamilienhaeuser platz, aber der Boden bestand nur noch aus rotem Schlamm, Wurzeln, Baeumen und Wasser. Die Schlammlawine hatte nur zwei oder drei Haeuser uebriggelassen. In einem von Ihnen standen wir mit der Familie. Alle restlichen Haeuser, die gesamten Sachen und die Menschen darin, lagen bestimmt 20 Meter unter der Erde, ohne eine Moeglichkeit sie zu bergen und zu beerdigen.
Im Haus nebenan konnte man die Wucht der Wassermassen erkennen, da sogar die Decke im Erdgeschoss voll mit Schlamm und Ueberresten von Blaettern etc war. Es war wirklich gruselig dort durchzugehen und sich vorzustellen, wie die Lawine die Menschen in ihrem Heim uebberrascht haben muss und mit welchert Wucht sie sich ihren Weg gebahnt hat.
Im Gespraech erzaehlten die Anwohner, dass sie ca 2 uhr Nachts ein lautes Geraeusch gehoert hatten und sich daraufhin ein grosser Teil des Berges hinter Ihren Haeusern durch die Wassermassen geloest und wie eine Lawine insTal gerast war.
Der Blick aus dem Fenster der Familie richtete sich genau auf den Berg, der immernoch ueber der Ebene aufragte und dessen Struktur erahnen liess, dass er einem erneuten Regen nicht standhalten wird.
Die Anwohner sagten auch, dass es noch viel staerker betroffene Gegenden gibt, wie zum Beispiel die Stadt Nova Friburgo.
Insgesamt schaetzt man die Todesopfer auf 1200 Menschen, aber es sind immernoch mindestens genauso viele verschwunden.
Ein Mann, den wir im grossen Markt trafen, erzaehlte uns sogar von einer Ebene, in die eine Schlammlawine gerast ist, in der Niemand ueberlebt haben soll. Da es keine Uelebenden gab, hatte die Regierung einfach die Existenz dieses Gebietes geleugnet.
Als wir nach der Besichtigung zurueck zum Markt fuhren, bekamen wir einen Eindruck der Hilflosigkeit der Helfer.
Hier arbeiten hauptsaechlich Freiwillige. Zu Beginn der Katastrophe waren auch staatliche Organisationen wie die Bombeiros (Feuerwehrleute) oder das Batalhão de Operações Policiais Especiais (portugiesisch für „Bataillon für spezielle Polizeioperationen“) beteiligt. Aber einen Monat nach den Ereignissen gibt es keine Unterstuetzung der Regierung und kein staatliches Interesse an einer Organisation der Hilfe. So wuehlen sich die ehrenamtlichen Helfer mehr schlecht als Recht durch ein Meer an Aufgaben. Viele der Volunteers sind sehr jung und haben sich einer Gruppe angeschlossen, die von dem deutschen Klaus koordiniert wird. Mittlerweile ist es soweit, dass die Helfergruppen sich voneinander abschotten und sich mit dem zurueckhalten von Informationen gegenseitig bekaempfen.
So erlebten wir mit, wie Aldo Klaus die Emailadresse einer japanischen Hilfsorganisation verweigerte. Er sagte nur: "Du bist nicht mein Boss, ich bin ein erwachser Mann, ich lass mir von Dir nicht sagen, was ich zu tun habe!"
Es war einfach unfassbar! Es schildert aber sehr eindringlich, welche Gefuehle wir durchlebten. Denn wenn selbst die Helfer nicht an einem Strang ziehen, wie soll dann ueberhaupt Hilfe bei den Menschen ankommen?
Das schlimmste ist allerdings, dass die Regierung jede Hilfe verweigert. Das Gebiet der Katastrophe ist wirklich riesig.
Drei grosse Staedte, Nova Friburgo, Tresopolis und Petropolis, sind betroffen und ausserdem die laendlichen Gebiete um die Staedte herum. Ueberall sind zur selben Zeit nach den starken Regenfaellen, riesige Teile der Berge abgebrochen und als Schlammlawinen heruntergerast. Auf unseren Fahrten durch das Gebiet sahen wir unzaehlige dieser Schlammlawinen. Ueberall in den Bergen sah man schon von weitem die von Wald umgebenen, roten Erdflaechen, die nach den Erdrutschen uebriggeblieben sind.
Also stehen die wenigen Helfer vor einer riesigen Aufgabe und haben keinerlei professionelle Unterstuetzung. Eine Katastrophe dieser Art hat es in Brasilien noch nie gegeben und niemand weiss, wie man in diesem Fall handeln soll.
Es gibt keine zentrale Koordination, keine Organisation, was ein Vorankommen unmoeglich macht.
Also gibt es zum Beispiel keine Listen ueber Bestaende der Medikamente, keine Angaben, wer schon welche bekommen hat und wenn ja, wie viele.Ausserdem gibt es kein medizinisches Personal, dass die Medikamente verabreichen kann.
Die Helfer haben ein Lager voller Sachen, die aus dem Ausland geschickt wurden, aber keinen Ueberblick wer schon was bekommen hat und wie man diejenigen erreicht, die nicht zu Markt kommen und sich etwas abholen koennen.
Die Hilfsgueter wurden einfach ohne jede Ordnung uebereinander in die naechstbesten Raeume geschmissen, in denen sich jetzt ungeoeffnete Kisten, offene Kisten, Medikamente, Toillettenpapier, Lebensmittel usw uebereinander stapeln.
Im dem Raum, in dem sich die Helfer aufhalten und dort auch selber essen, steht alles volll mit geoeffneten Packungen, leeren Dosen oder geoeffneten Lebensmittelkisten.
Ich hatte den Eindruck, dass dort auch soetwas wie eine Zentrale eingerichtet wurde, da es hier auch Computer und Internet gibt, aber Dinge die ich dort vermutet haette, wie zum Beipiel Plaene der Umgebung, mit denen man die Hilfe systematisch vergeben koennte, oder Datenbanken, in denen alle Informationen fuer alle zugaenglich gespeichert und ersichtlich sind, gab es nicht.
Am zweiten Tag wurden wir dann von Arbeitsgeraeuschen geweckt. Wir schauten aus unserem Schlafgemach heraus und sahen 50 oder 60 Leute die Gueter von mehreren vollbeladenen Trucks in das grosse Sammellager schleppten. Man sah viele Menschen mit Cowboyhueten, -stiefeln und riesigen Guertelschnallen. Ob wohl alle Trucker auf der ganzen Welt Cowboys sind?!
Wir trafen dann beim Fruehstueck einen Mann, der uns von den Ereignissen in seiner Umgebung berichtete. Er bat uns um Hilfe und wollte uns die Gegend zeigen. Wir sprangen alle auf die Ladeflaeche seines Trucks und fuhren los.
Zuerst ging es zu einer kleinen Ansiedlung von Haeusern die schwer von den Regenfaellen getroffen worden sind. Die Haeuser liegen an einem Fluss. Der Verlauf dieses Flusses hat sich um ungefaehr 20-30 Meter verschoben und fliesst nun daher, wo vorher noch Haeuser standen. Diese hat er komplett weggespuelt. Die Menschen wollen nun neue Haueser bauen, jedoch am selben Ort. Wir philosophierten darueber, ob man das Flussbett ausheben oder einen Deich anlegen koennte, um einem kuenftigen Uferuebertritt vorzubeugen. Valerio und wir waren uns jedoch eigentlich einig darueber, dass man hier keine Haeuser mehr bauen sollte.
Wir fuhren weiter zum Neffen unseres Fahrers, der seine Tochter bei einem Erdrutsch verloren hatte, seinen Sohn aber noch
retten konnte. Unter Traenen zeigte er uns die Bilder seiner Tocher, die er retten konnte.
Dann nahm uns der Mann mit in das Haus in dem er lebte. Rundherum hatte eine Schlammlawine Stallungen und Wohnhaeuser zerstoert, weswegen ich mir denken kann, dass die Ueberlebenden nun zusammen in dem Haus leben, was noch steht. Wir tranken Kaffee und hoerten uns die Geschichten der Familien an. Ich hatte das Gefuehl, das zuhoeren auch schon geholfen hat.
Aldo notierte sich die ganze Zeit Namen und Telefonnummern, soweit diese vorhanden waren um ihnen Hilfe zukommen zu lassen.
Nachdem uns der Mann zurueckgbracht hatte erlebten wir wieder einen Streit. Der Mann wollte Essen fuer seinen Neffen , der seine Tochter verloren hatte, mitnehmen, doch die Helfer verweigerten ihm die Ration, da pro Person immer nur einmal etwas herausgegeben werden darf. Daraufhin wurde er wuetend und brauste davon. Seine drei Soehne, die auch als Helfer dort arbeiteten, verliessen nun auch wuetend das Gelaende. Da Aldo die Helfer davon uebzeugen konnte, dass diese Familie Unterstuetzung benoetigt, luden wir die Ration ins Auto und begaben uns auf die Suche!
Nun fuhren wir durch verschlungene Strassen der Berge und versuchten das verfallene Haus der Familie zu finden. Auf dem Weg fragten wir eine Frau nach der Familie, woraufhin sie sich auf ihr Motorrad schwang ihre kleine Tochter hintendrauf setzte und vorran fuhr. Wie der Wind brauste sie von Haus zu Haus, fragte rum, lud eine weitere Frau aufs Motorrad, die wusste wo die Familie wohnt und war uns eine grosse Hilfe. Letzendlich fanden wir die Familie, die bei Freunden Unterschlupf gefunden hatte und lieferten das Essen bei Ihnen ab.
Da es bereits dunkel wurde mussten wir schnell wieder hinter der Frau her aus dem Labyrinth der Strassen heraus, um zurueckzufinden.
Wir luden noch unsere Sachen am Markt ein und machten uns auf den Rueckweg nach Rio.
Und nun sitzen wir hier in unserem "zu Hause" und denken an die Menschen, die wir gesehen und erlebt haben.
Als Aussenstehende haben wir das Gefuehl, wenig tun zu koennen, aber wenigstens ein bisschen zu erreichen, in dem wir diese Infomationen an euch weitergeben. Die Berichterstattung ueber dieses Ereignis ist unbefriedigend und das wahrscheinlich auch gewollt, da die Regierung nicht daran interessiert ist, das Leiden der Menschen oeffentlich zu machen, da sie sich sonst auch darum kuemmern muesste.
Wir haben Aldo immer wieder dazu aufgefordert ein grosses Treffen mit allen Helfern, Anwohnern und Betroffenen einzuberufen, um die Menschen zu mobilisieren. Wir haben den Vorschlag geaeussert, die Situation oeffentlich zu machen, Zeitungen anzuschreiben, das Fernsehen dorthinzuholen, aber sind auf taube Ohren gestossen. er erwiderte nur: " Dafuer kann man die Leute nicht begeistern, fuer Karneval kriegt man viele Leute zusammen, aber dafuer nicht!"
Was soll man dazu sagen? Er hat uns erzaehlt, dass der Charakter der Brasilianer dazu neigt, sich einer Situation zu ergeben und hat trozdem nicht die Weitsicht, zu sehen wie sehr er diesem Bild entspricht.
Wenn wir also vor Ort nicht helfen koennen werden wir versuchen, diese Informationen weiterzugeben. Mal sehen was passiert.
Das war`s erstmal wieder von uns. Fotos von diesem Wochenende findet ihr natuerlich wieder in den naechsten Tagen im Blogger.
Bis bald,
Sophia und Beni

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