Neuigkeiten - Brasilien
Hallo Freunde,
endlich ist es soweit und wir können Euch von unseren ersten Tagen in
Brasilien berichten.
Am 02.01. sind wir also in Recife angekommen und wurden am dortigen
Flughafen von Luciano (unserem Brasilianischlehrer) und seiner
Freundin Nadine abgeholt. Die beiden hatten schon ein Hotelzimmer für
uns gebucht und so fiel die Eingewöhnung nicht schwer. Nach dem ersten
brasilianischen Mittagessen lagen wir dann schon am Strand und tranken
Bier.
Abends ging es in Lucianos Heimatviertel - eine relativ arme Gegend.
In der Bar do Peixe direkt am Strand wurden schnell ein paar Tische
zusammengestellt und ein Bekannter von Luciano servierte uns Bier und
etwas zu essen. Kurz darauf fanden wir uns auf einer Sambaparty mit
Livemusik wieder. Großartig!
Die nächsten Tage in Recife verbrachten wir mit kleinen Stadtführungen
durch Luciano, essen, Bier trinken und dem Besuch verschiedener
Badestrände. Zum Beispiel dem Praia do Gaibú, ca. 40 km außerhalb von
Recife, den wir mit Lucianos Mama besuchten. Das spannende daran war,
dass wir mit dem Bus dorthin fuhren. Für die Hinfahrt brauchten wir
schon 2 1/2 Std., in denen wir schwitzend im total überfüllten Bus
saßen. Die Rückfahrt verbrachten wir dann stehend, da alle Sitzplätze
belegt waren. Nach mehrmaligem umsteigen und neugierigen Blicken von
Brasilianern die ganz normal von ihrer Arbeit zurück nach Hause
fuhren, kamen wir ziemlich kaputt wieder im Hotel an.
Einen weiteren, durchaus ruhigeren Strandtag verbrachten wir auf Ita
Maraca, einer winzigen Insel. Lucianos Cousin Lindo hatte ein Auto
organisiert und begleitete uns dorthin. Sowas hatten wir beide noch
nicht gesehen. Herrliches Wasser, Palmen, die sich ins Meer neigten und kleine
Krebse, die plötzlich aus Löchern im Sand hervorlugten. (Fotos folgen)
Am 06.01. haben wir Recife nach einem Abstecher in die Rua Concordia
verlassen. In dieser Straße gibt es viele Musikgeschäfte und nach zwei
Stunden Shopping saßen wir mit vier großen Taschen, zwei kleinen
Rucksäcken, einer Gitarre und einer Geige in unserem Mietwagen, der
die Größe eines Opel Corsas hat.
Morgens war ich (Sophia) mit Luciano den Mietwagen organisieren, was
ungefähr so ablief: Vom Hotel mit dem Bus zum Flughafen - eine
günstige Vermietung suchen- jemanden an der Tankstelle fragen - der
Tankwart ruft jemanden an - der kommt nach 5 min - das Auto was er
anbietet ist zu teuer - ein Taxifahrer kommt dazu- er ruft auch jem an
- dessen Auto ist günstiger ( 85 Reals pro Tag also ca. 40 €) - er
bringt uns zur Vermietung und beschreibt das Fahren auf Brasiliens
Strassen als guerra - Kampf -was es wirklich ist!!!!- in der
Vermietung erzählen Taxifahrer und Vermieter über ihre Freunde/
Bekannten/Verwandten aus Deutschland - die hier wirklich fast jeder
hat - dann funktioniert das Visakarten- Lesegerät nicht- der Vermieter
telefoniert rum, um zu erfahren, wie er es wieder flott kriegen kann -
nichts passiert - wir beschließen bar zu bezahlen - laufen rum, suchen
eine Bank, finden sie, bezahlen und fahren endlich mit dem Auto weg -
allerdings bricht, noch bevor Luciano losfahren kann, der Hebel seines
Fensterhebers ab....tja so läuft das hier, jeder quatscht mit jedem ,
jeder hilft jedem, leider können wir noch zu wenig portugiesisch um
das auch nutzen zu können , aber wer weiß, vllt. ist es bald soweit!)
Wir fuhren an der Küste entlang Richtung Norden und kamen gegen
20:00 in Genipabu, einem kleinen Ferienort nahe Natal an. Dort war es
unglaublich! Unsere Pousada (Pension) lag an einer riesigen Wanderdüne
(ca. 20-30m), die ich (Beni) am nächsten Morgen als noch alle
schliefen das erste Mal bestieg. Mir bot sich eine fantastische
Aussicht. Zur einen Seite Strand, Palmen und nichts als Meer, zur
anderen die beeindruckende Skyline von Natal..
Nachdem Beni wieder da war, stiegen wir dann alle zusammen die Dünen
hoch. Da "schlechtes Wetter" aufzog und es mehrmals heftig regnete,
kleideten Nadine und ich (Sophia) uns erstmal brasilianisch ein und
kauften an vielen Ständen in den Dünen ein. Die Dunas de Genipabu sind
zwar Naturschutzgebiet, werden aber trotzdem von den üblichen touristischen
Attraktionen bevölkert. Buggys (Strandfahrzeuge) fahren Touristen herum,
Dromedare und Pferde müssen sie herumtragen. Da haben wir uns doch lieber
einen Tag am Strand mit geilen Wellen gegönnt,Caipirinha getrunken und Backgammon gespielt!
Am Abend kamen wir mit den Angestellten der Pousada ins Gespräch, die
selbst dort leben. Ein Pärchen so alt wie Beni und ich, allerdings
schon mit Kind- der kleine Gabriel, der uns total neugierig
ausfragte... Ein weiteres Paar mit zwei Kindern kam dazu. Er (Wilton) ist
Krankenpfleger und sie (Luciana) Sozialarbeiterin (Was für ein Zufall ;).
Sie boten uns an, uns am nächsten Tag die Gegend zu zeigen. Gesagt, getan!
Nachdem noch Sergio und Vania, ein Pärchen um die 60 dazugestoßen
waren, war die Runde komplett und wir machten uns mit zwei Autos
voller Fleisch, Brot, Käse, Bier, Cola, Wasser, etc. auf den Weg, den
Nordosten zu erkunden.
Wir fuhren dann einige versteckte Attraktionen der Gegend ab, da die
Familie sich gut auskannte. Wir sahen einen kleinen Wasserfall in
dessen Grotte Familien mit Tisch und Stühlen im knietiefen Wasser
saßen und Bier tranken.
Danach einen See, in den man mit einer Art Seilbahn aus ca 30 m Höhe
ins Wasser gleiten konnte und letztendlich fuhren wir in einen
nahegelegenen Wasserpark, in dem wir so ziemlich die einzigen Besucher
waren. Dort bereiteten wir unser eigenes Churrasco (gegrilltes Fleisch) zu,
pflückten Mangos von den Bäumen neben dem Grillplatz und
rösteten gerade gepflückte Cashew Kerne auf dem Grill (wusstet ihr,
dass die Cashewnuss auf einer Frucht sitzt, die an einem Baum wächst,
wie ein Apfel?)
Auf jeden Fall speisten wir herrlich und rutschen zwischendurch
kräftig durch den Wasserpark.
Nach dem Essen lud uns dann die Cousine von Wilton auf einen Kaffe zu
sich nach Haus ein, weil sie direkt neben dem Park wohnte. Wir gingen
rüber und sie stellte uns ihre ganze Familie vor , auch ihre 92
jährige Mutter, die hinter dem Haus im Schaukelstuhl saß und uns zur
Begrüßung küsste und herzte. Von diesem Kaffeetrinken sind auch
witzige Gruppenbilder entstanden und wir mussten versprechen, sie der
Familie zu schicken!
Nun ging es zurück zur Pousada, wo wir Sergio und Vania absetzten, um
dann Richtung Natal weiterzureisen. Dort verabschiedeten wir uns von
Wilton, Luciana, Matheus und Pedro und fuhren - wieder zu viert - zum
(Piwi, halt Dich fest!) Praia da Pipa, einem Touristen- und Partyort.
Wir kamen spät dort an und hatten große Probleme, eine Pousada zu
finden, da wir mit dem Auto durch die prall gefüllte Partymeile
mussten und alle Rezeptionisten der zahlreichen Herbergen nur
abwinkten, da es scheinbar im gesamten Ort kein freies Bett mehr gab.
Als wir schon aufgegeben hatten und woanders weitersuchen wollten,
lief uns kurz vor Verlassen der Stadt ein Schild über den Weg - "Temos
vagas". Es gehörte zu einem Hostel, dass, wie uns die Bardame
erklärte, vor drei Wochen eröffnet hatte. Es gab noch genau ein
Vierbettzimmer - Glück gehabt!
In diesem Hostel haben wir nun die letzten zwei Nächte verbracht. Es
wird von einigen jungen Leuten geführt, die aus reicheren Familien
stammen und keine Lust auf einen normalen Job haben. In Brasilien
nennt man sie "Filinhos de Papai" (Papasöhnchen). Der Chef des
Hostels, ein dreißigjähriger Reggaegitarrist hat uns den ganzen Tag
erzählt, wie anstrengend es sei, so ein Hostel zu führen und dass er
sehr, sehr viel arbeiten müsse. Er hat tatsächlich gearbeitet. Jeden
morgen hat er zwischen 7:00 und 9:30 das Frühstück für die rund zehn
Gäste zubereitet. Danach hat er viel in der Hängematte gelegen,
gelesen und ist surfen gegangen. Er hat mir manchmal wirklich Leid getan.
Wir haben auch sehr viel rumgehangen und ich habe endlich Zeit gehabt,
mich intensiv mit meiner neuen Gitarre zu beschäftigen. Richtige
Urlaubsgefühle sind auch beim Benutzen der großen Dusche unter freiem
Himmel aufgekommen, die durch einen Zaun aus Palmblättern von den
Zimmern abgetrennt war.
Ich (Sophia) habe hier einen Tag richtig ausgespannt, und habe so
ziemlich den ganzen Tag in der Hängematte verbracht. So hab ich mir
das vorgestellt (, wenn es auch nicht ganz freiwillig geschehen ist,
da mein Magen doch ziemlich rebelliert hat)
Jetzt sitzen wir wieder im Auto und fahren gen Süden nach Joâo Pessoa,
wo wir Rejani, eine Freundin von Nadine und Luciano besuchen werden.
Ich hoffe, dass sie Internet hat und wir diese Mail, an der wir nun
schon seit einigen Tagen schreiben (Danke, IPhone), endlich abschicken
können..
Wir denken an Euch und melden uns beizeiten!
Seid gedrückt,
Sophia und Beni

0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home